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TU Berlin

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Lobbyistin für das Internet

TU-Alumna Sandra Schulz leitet das Hauptstadtbüro des Internetverbandes „eco“

Informatik und Gesellschaft ist das Thema von Sandra Schulz
Lupe

Netzneutralität, IT-Sicherheitsgesetz, Vorratsdatenspeicherung – diese sperrigen Begriffe bilden, gemeinsam mit zahlreichen weiteren, den Rahmen, die Grenzen, die Spielregeln für das Internet. Dr. Sandra Schulz kennt sich mit diesen Begriffen bestens aus und ist in der Vergangenheit oftmals nicht ganz unbeteiligt an deren inhaltlicher Ausgestaltung gewesen. Sie ist seit 2013 Mitglied der Geschäftsleitung bei eco – Verband der Internetwirtschaft e.V., der mit mehr als 850 Mitgliedsunternehmen der größte Verband seiner Art in Europa ist. Unternehmen wie Google oder Facebook sind hier ebenso Mitglied wie die Deutsche Telekom. Sandra Schulz ist verantwortlich für den Bereich Politik und Recht. Da in dieser Position die Nähe zu den politischen Akteuren aus Bundestag, Ministerien sowie Behörden wichtig ist, leitet sie das Hauptstadtbüro des Verbandes.

„Wir wollen alle mit einem Internet leben, das frei, sicher und offen ist. Damit ergeben sich Interessenkonflikte. Internetunternehmen haben oftmals andere Vorstellungen als die Politik. Meine Aufgabe liegt darin, zwischen unseren Mitgliedern und der Politik zu vermitteln und auch aktiv an der Gestaltung der Gesetze und Regelungen rund ums Internet teilzunehmen“, erklärt sie. In der Praxis geschieht dies mit vielen Gesprächen, Terminen und politischen Papieren. So sind zum einen mit den Unternehmen die Interessen der Branche abzustimmen, zum andern mit der Politik die möglichen Rahmenbedingungen zu diskutieren. „eco“ lädt für diesen Diskurs zu Veranstaltungen ins Hauptstadtbüro ein oder nimmt an Gesprächen im Bundestag beziehungsweise den Ministerien teil. Studiert hat Sandra Schulz Informatik an der TU Berlin. Allerdings lag schon während ihres Studiums und der anschließenden Promotion ihr Interesse nicht nur bei der Technik. Schnell erkannte sie, dass sie sich auch für gesellschaftliche Themen interessierte, und legte ihren Schwerpunkt auf den Themenbereich „Informatik und Gesellschaft“. „Nach der Promotion habe ich eigentlich die wesentlichen beruflichen Branchen, die sich einer Informatikerin bieten, ausprobiert“, fasst sie die Stationen ihres Lebenslaufs zusammen. So bot sich ihr zunächst die Möglichkeit einer wissenschaftlichen Karriere – ein Weg, den sie bald abbrach. Sie entschied sich 1997 für eine Tätigkeit bei gedas deutschland GmbH. „Die Arbeit bei ,gedas‘ war unter anderem wichtig für mich, da ich dort gelernt habe, wie große Unternehmen funktionieren“. 2002 wechselte sie für ein Jahr in die Consulting-Branche, bevor sie sich wieder mehr der Schnittstelle zu gesellschaftspolitischen Themen näherte und beim Digitalverband BITKOM e.V. als Bereichsleiterin Sicherheit arbeitete. Zwischen 2006 und 2013 arbeitete sie als Leiterin von Hauptstadtbüros bei zwei unterschiedlichen Unternehmen, bevor sie 2013 ihre heutige Position bei „eco“ antrat. „Ich bin Lobbyistin. Das Interessante an dieser Aufgabe liegt darin, dass ich nicht nur an politischen Entscheidungsprozessen teilnehme, sondern auch Einfluss haben kann“, sagt sie. „Ich habe hier genau die Verbindung von technischen und gesellschaftlichen Themen gefunden, die für mich spannend sind.“

Bettina Klotz/"TU intern" Dezember 2015

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