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TU Berlin

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Nachwuchswissenschaftler mit besten Leistungen

Dienstag, 22. November 2016

Medieninformation Nr. 190/2016

Großer Erfolg für Promovierte der TU Berlin bei Verleihung des Joachim-Tiburtius-Preises

Überaus erfolgreich schnitten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler der TU Berlin bei der diesjährigen Verleihung des Joachim-Tiburtius-Preises ab. Alle drei Tiburtius-Preise, die an Doktoranden vergeben werden, holten TU-Absolventen sowie zwei von drei Anerkennungspreisen. Damit schneidet die TU Berlin als erfolgreichste der Berliner Universitäten ab. Auch zeigen die ausgezeichneten Arbeiten eine große Bandbreite an Themen. Vergeben werden die Preise am heutigen 22. November 2016 an der FU Berlin.

Mit dem 1. Preis in der Kategorie Dissertationen wird Dr. Tino Mager vom Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik ausgezeichnet. Der 2. Preis geht an den Mathematiker Dr. Robert Altmann, und den 3. Preis  erhält der Informatiker Dr. Josef Ladenbauer.
Dr.-Ing. Anne-Kathrin Schmuck vom TU-Institut für Energie- und Automatisierungstechnik sowie Dr. Atul Shekhar vom Institut für Mathematik erhalten Anerkennungspreise.

Die Landeskonferenz der Rektoren und Präsidenten der Berliner Hochschulen (LKRP) verleiht jährlich drei Tiburtiuspreise und zusätzlich drei Anerkennungspreise an Doktorandinnen und Doktoranden der Berliner Hochschulen für hervorragende Dissertationen und drei Preise an Absolventinnen und Absolventen der Berliner Fachhochschulen für hervorragende Diplomarbeiten.

Zu den TU-Preisträgern im Einzelnen:

1.     Preis (4.000 Euro), Dr. Tino Mager
Als beste Dissertation wurde die Arbeit von Dr. Tino Mager „Schillernde Unschärfe. Der Begriff der Authentizität im architektonischen Erbe“ ausgezeichnet. Entstanden ist sie  am Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik unter der Betreuung von Prof. Dr. Kerstin Wittmann-Englert. Tino Mager beschäftigt sich mit dem Begriff der Authentizität im architektonischen Erbe und erforscht systematisch die fachspezifischen Ursprünge dieses Leitbegriffs und die Zusammenhänge zwischen Begriffsbildung, Wissenschaftstheorie und denkmalpflegerischer Praxis. Historische Bauwerke erlauben uns Einsichten in das Wesen an sich bereits verflüchtigter, auf andere Weise nicht mehr erfahrbarer Zeitabschnitte. Doch wie „authentisch“ sind diese Relikte, und was meint diese Frage eigentlich? Anhand der Betrachtung dieses hochaktuellen Begriffs – Authentizität – zeigt Tino Mager auf, wie stark sich die Werke der Vergangenheit und damit auch unsere Erkenntnisse über sie verändern und wie unstet unsere Sprache ist, mit der wir uns darüber verständigen. „Schillernde Unschärfe“ verknüpft philosophische Gedanken mit konkreten Beobachtungen und entwirft einen neuen Blick auf unser Verständnis von Vergangenheit. Detaillierte Fallstudien revidieren gängige Vorstellungen bezüglich der Wahrheit und Echtheit unseres kulturellen Erbes.
Dr. Tino Mager schloss seine Promotion 2015 an der TU Berlin ab und ist seitdem Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Geschichte und Theorie der Architektur an der Technischen Universität Dortmund.  Darüber hinaus ist er Post-Doc Fellow der Leibniz-Gemeinschaft.

2.    Preis, 2.500 Euro, Dr. Robert Altmann
Den zweiten Preis erhielt Dr. Robert Altmann, der sich in seiner Dissertation mit der Regularisierung von Evolutionsgleichungen beschäftigt, die zusätzliche Nebenbedingungen erfüllen sollen. Das sind zum Beispiel mechanische Mehrkörpersysteme, die auf verschiedene Weisen gekoppelt werden, oder Anwendungen aus der Strömungsmechanik oder dem Elektromagnetismus. Solche Systeme reagieren meist sehr empfindlich auf kleine Störungen. Kleinste Fehler, die bei der  sogenannten numerischen Approximation und Simulation unumgänglich sind, können große Auswirkungen auf das Ergebnis haben. Robert Altmann hat eine Umformulierung der Gleichungen erarbeitet, die dieses Problem behebt, ohne die exakte Lösung zu verändern.
„Regularization and Simulation of Constrained Partial Differential Equations“ lautet der Titel seiner Arbeit, die von  Prof. Dr. Volker Mehrmann am Institut für Mathematik betreut wurde und die er 2015 abschloss. Dr. Robert Altmann arbeitet als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am TU-Institut für Mathematik.

3.    Preis, 1.500 Euro, Dr. Josef Ladenbauer
Dr. Josef Ladenbauer hat bei Prof. Dr. Klaus Obermayer am Institut für Softwaretechnik und Theoretische Informatik promoviert. In seiner Dissertation „The Collective Dynamics of Adaptive Neurons: Insights from Single Cell and Network Models“ befasste er sich mit der elektrischen Aktivität von Nervenzellen und deren Netzwerke in der Großhirnrinde. Er hat diese neuronalen Systeme mathematisch modelliert und ihre dynamischen Eigenschaften mithilfe der Modelle analysiert. Seine Arbeit, die mit dem dritten Preis ausgezeichnet wurde, leistet diesbezüglich methodisch einen bedeutenden Beitrag und liefert wesentliche Erkenntnisse, auf welche Weise mikroskopische Mechanismen, die pharmakologisch beeinflusst werden können, kollektive neuronale Aktivitätsmuster kontrollieren.
Josef Ladenbauer hat seine Promotion ebenfalls im vergangenen Jahr abgeschlossen. Er arbeitet als Postdoc am Institut für Softwaretechnik und Theoretische Informatik der TU Berlin und ist zurzeit als Gastwissenschaftler an der École Normale Supérieure in Paris tätig.

Anerkennungspreise, jeweils 500 Euro, Dr.-Ing. Anne-Kathrin Schmuck und
Dr. Atul Shekhar

Dr.-Ing. Anne-Kathrin Schmuck wurde mit einem Anerkennungspreis im Rahmen des Tiburtius-Preises geehrt. Ihre Arbeit „Building Bridges in Abstraction-Based Controller Synthesis – Advancing, Combining, and Comparing Methods from Computer Science and Control“ ist im Institut für Energie- und Automatisierungstechnik entstanden und wurde von Prof. Dr.-Ing. Jörg Raisch betreut. Die zunehmende Integration digitaler Rechentechnik in moderne technische Anwendungen wie Autos, Flugzeuge oder Produktionsanlagen führt zu immer komplexeren und damit schwerer zu kontrollierenden Systemen, wie sie zur Zeit oft unter den Schlagworten „cyber physical systems“ (CPS) und „Industrie 4.0“ zusammengefasst werden. Vor diesem Hintergrund wird es zunehmend wichtiger, im Schnittbereich zwischen den Disziplinen Informatik und Regelungstechnik zuverlässige Regelungskonzepte für diese stark integrierten Systeme zu entwickeln, um zum Beispiel sicherheitsrelevante Anforderungen ohne Einschränkungen erfüllen zu können. Anne-Kathrin Schmuck hat in ihrer Dissertation, die sie 2015 abschloss, dafür zunächst Gemeinsamkeiten und Unterschiede der existierenden Zugänge zum Reglerentwurf in beiden Disziplinen aufgezeigt,  um diese danach weiterzuentwickeln und neue Regelungskonzepte abzuleiten.
Dr. Anne-Kathrin Schmuck arbeitet heute als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für Softwaresysteme in Kaiserslautern.

Ein weiterer Anerkennungspreis geht an Dr. Atul Shekhar. Der Mathematiker hat sich mit verschiedenen Bereichen der Wahrscheinlichkeitstheorie und deren Anwendung beschäftigt. Im Mittelpunkt steht die sogenannte „routh paths“-Theorie. Die Theorie der „rauen Pfade“ geht aus numerischen Verfahren für Differentialgleichungen hervor und schlägt eine  Brücke zwischen Analysis und Stochastik.
Atul Shekhar hat seine Dissertation „Rough paths, probability and related topics“ am TU-Institut für Mathematik sowie an der Berlin Mathematical School (BMS) geschrieben und wurde von TU-Professor Dr. Peter K. Friz betreut. Zur Zeit arbeitet er als Postdoctoral fellow am Indian Statistical Institute in Bangalore.

bk

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Bettina Klotz
TU Berlin
Stabsstelle Presse, Öffentlichkeitsarbeit und Alumni
Tel.: 030/314-27650

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