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TU Berlin

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Zwischen Gehirn und Maschine

Berliner Wissenschaftspreis für Klaus-Robert Müller

Klaus-Robert Müller (r.) präsentiert der Berliner Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres die Computersteuerung per Gedankenkraft
Lupe

Der Wissenschaftspreis des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, der mit 40 000 Euro dotiert ist, geht in diesem Jahr an Prof. Dr. Klaus-Robert Müller von der TU Berlin. Ende November überbrachte ihm Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft, die Botschaft persönlich und gratulierte dem Informatiker.

„Seine interdisziplinär angelegten Forschungsarbeiten sind am Puls der Zeit und schlagen stets die Brücke zu konkreten gesellschaftsrelevanten Anwendungen“, sagte TU-Präsident Christian Thomsen. Der Preisträger demonstrierte ihm sowie Senatorin Sandra Scheeres eine Anwendung der statistischen Datenanalyse und die „Brain-Computer Interface“-Technologie, ein Konzept an der Schnittstelle zwischen Gehirn und Maschine. Sandra Scheeres hob neben den wissenschaftlichen Leistungen von Klaus-Robert Müller sein Engagement für Unternehmensgründungen und den wissenschaftlichen Nachwuchs hervor.

Als Leiter des TU-Fachgebiets Maschinelles Lernen konnte Prof. Dr. Klaus-Robert Müller die „Support-Vektor- Technologie“ als Industriestandard etablieren, einen Lernalgorithmus, der charakteristische Datenmuster extrahiert. Die Technologie wird unter anderem in der Handschrifterkennung eingesetzt, zum Beispiel für die automatische Postsortierung.

„Maschinelles Lernen ist eines der seltenen Felder, in denen man durch bessere Grundlagenforschung direkt bessere Anwendungsergebnisse er möglicht“, so Klaus-Robert Müller. Eine solche Anwendung ist die Technologie „Brain-Computer Interface“ (BCI). „Wir finden Muster in den Hirnsignalen“, erklärte er. Mit einer Kappe ausgestattet, die über 23 Elektroden die Hirnsignale an den Rechner weitergibt, buchstabierte der wissenschaftliche Mitarbeiter Alexander von Lühmann in der Rolle des Probanden Worte allein mit Gedankenkraft. „Willkommen Frau Scheeres“, stand auf dem Bildschirm. Das BCI kann sich individuell auf den Menschen einstellen, Gehirnströme analysieren und in Steuerungsbefehle für den Computer „übersetzen“. Schwer gelähmten Personen wie etwa ALS-Patienten wird es so ermöglicht, mit ihrer Umwelt zu kommunizieren. In einem Gemeinschaftsprojekt von TU Berlin und Charité wird nun daran geforscht, das BCI robuster und für verschiedene Patientengruppen nutzbar zu machen.

Seit 2008 wurden dieser Preis des Regierenden Bürgermeisters sowie ein Nachwuchspreis schon sechsmal an Forscherinnen und Forscher der TU Berlin vergeben. Der Nachwuchspreis 2014 geht an Jule Specht, Psychologin an der Freien Universität Berlin. Der designierte Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller verleiht beide Preise am 20. Januar 2015 im Roten Rathaus.

Jana Bialluch "TU intern" Dezember 2014

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