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TU Berlin

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Eva Maria Hoffmann, Dipl. Inform., geb. 1980

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Eva Maria Hoffmann ist seit 2005 Frauenbeauftragte an der Fakultät IV der TU Berlin und seit 2006 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Internationale und Interkulturelle Kommunikation (ZIIK) ebenfalls an der TU.

Worin besteht Ihre momentane berufliche Tätigkeit?
Ich habe zwei halbe Stellen an der TU Berlin: Erstens bin ich Frauenbeauftragte an der Fakultät IV, Elektrotechnik und Informatik, und zweitens wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem Afghanistan-Projekt. In diesem Projekt geht es darum, eine Informatik Fakultät im afghanischen Herat aufzubauen. Die TU ist mit der dortigen Uni eine Partnerschaft eingegangen, und meine Aufgabe besteht darin, akademische Strukturen unter Berücksichtigung der Bedürfnisse des Landes zu entwerfen und sie zu implementieren. Ich mitorganisiere u.a. einen Dozenten- und Dozentinnen-Austausch: Lehrende aus ganz Afghanistan werden hier an der TU ausgebildet, um später das Lehrpersonal für das Informatik-Studium in ihren jeweiligen Heimatuniversitäten zu bilden. Weiterhin organisiere ich Konferenzen und kümmere mich um den Aufbau eines Rechenzentrums in Herat. Es ist mir diesbezüglich besonders wichtig, die in der Informatik tätigen afghanischen Frauen stets mit einzubeziehen und ihnen gleiche Chancen zu ermöglichen. Diesen Schwerpunkt verfolge ich auch als Frauenbeauftragte hier an der TU. In den letzten Jahren habe ich mich für die Schaffung einiger neuer Stellen eingesetzt, die explizit auf die Frauenförderung in der Fakultät IV ausgerichtet sind. Zusammen im Team arbeiten wir daran, mehr junge Frauen zu motivieren an unserer Fakultät zu studieren. Aber auch daran, mehr Frauen in Lehre und Forschung der Elektrotechnik und Informatik zu integrieren.

Wie sind Sie zum Studium der Informatik gekommen?
Das hat vor allem viel mit meinem Vater zu tun. Er hat Elektrotechnik studiert und später als Flugingenieur gearbeitet. Zu meiner ersten Infoveranstaltung der Informatik hat er mich mitgenommen, weil er sich selbst sehr für das Fach interessierte. Ich wollte eigentlich Grafikdesign studieren, doch habe ich mich letztlich, ohne eigentlich zu wissen, was das ist, für das Informatikstudium entschieden, was sicherlich durch die Motivation meines Vaters geprägt war. Die Voraussetzungen hatte ich, weil ich in der Schule neben dem Kunst-LK einen Mathe-LK hatte. In diesem war nur ein Junge, was nicht verwunderlich war, da das musische Gymnasium von 90 % Mädchen besucht wurde, so ist es mir immer leicht gefallen, jede auch noch so „dumme“ Frage zu stellen, was generell mein naturwissenschaftliches Wissen gefördert hat. 

Was können Sie über Ihr Studium sagen?
Ich habe in Erlangen mein Studium begonnen. Im ersten Semester habe ich fast nichts verstanden, wusste nicht worum es in den Vorlesungen wirklich ging. Und im 2. Semester bin ich dann auch durch einige Prüfungen gefallen. Erlangen ist eine recht kleine Uni, und ich habe viel in Arbeitsgruppen gelernt und dann auch mein Vordiplom geschafft. Zum weiteren Studium bin ich an die TU Berlin gekommen, wo ich eine ganz andere Atmosphäre erlebt habe, die mir sehr gut gefallen hat: ein breites Spektrum an Studienmöglichkeiten und Fachrichtungen sowie eine inspirierende Internationalität, da es viele ausländische Studierende gibt. Ich habe mich dann allmählich im Bereich Computer-Grafik spezialisiert und als studentische Hilfskraft am Fraunhofer-Institut programmiert . Das Programmieren war mir aber zu trocken, so dass ich mich anders orientiert habe. Ich bin als Dozentin für Java-Programmierung vier Monate lang nach Afghanistan gegangen und habe in Herat unterrichtet. Auf der Basis meiner Erfahrungen mit dem Fach Informatik in Afghanistan habe ich das Thema für meine Diplomarbeit entwickelt. Ich habe die Situation von deutschen und afghanischen Frauen im Bereich der Informationstechnologie in beiden Ländern herausgearbeitet und ein Integrationskonzept für Entwicklungsländer erarbeitet. Hieran hat sich dann später auch meine jetzige berufliche Tätigkeit angeschlossen.

Was würden Sie sich wünschen?

Ich würde mir wünschen, dass man sich schon in der Schule ein klareres Bild von einem Informatik- bzw. einem Elektrotechnik-Studium machen könnte. Auch wäre es schön, wenn mehr Berufsbilder in diesem Bereich angeboten würden, damit man sich mit etwas identifizieren und auch auf etwas hinarbeiten kann. Erste Gedanken habe ich mir z.B. damals in einer Uni-Veranstaltung mit dem Titel „Was bedeutet mir die Informatik“ machen können.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Gespräch führte Dr. Stefanie Rinke.

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Karin Fröhlich
(030) 314-25491
Fakultät IV der TU Berlin
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