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TU Berlin

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Herr der großen Gesten

Humboldt-Stipendiat Gilles Bailly erforscht am Quality and Usability Lab neue Menütechniken für Computer und Smartphones

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Wie ein Klavierspieler bewegen sich die Hände über den Touchscreen. Einmal, zweimal, dreimal tippen die Finger der linken Hand – schon öffnen sich hintereinander drei Angebote der Menüleiste. Durch weiteres Fingertippen der rechten Hand wählt der Nutzer die einzelnen Menüs punktgenau aus.

Zehn Finger, zwei Hände, ein Zusammenspiel – gelingt das einwandfrei, hat Gilles Bailly, Ph.D., sein Ziel erreicht. Der 28-jährige Franzose ist Experte für Mensch-Computer-Interaktionen und Gestalter großer Gesten. Menütechniken, die auf Gesten-Interaktion (gestural interaction) basieren, gehören zu seinem Schwerpunkt. Er entwickelt und testet sie für Computer, Multitouch-Oberflächen, Smartphones und interaktives Fernsehen – so gut, dass er dafür mit einem Forschungsstipendium für Postdoktoranden der Alexander von Humboldt-Stiftung unterstützt wird. Damit wird der Informatiker in den kommenden eineinhalb Jahren zusammen mit dem Team des Quality and Usability Lab des Instituts für Softwaretechnik und Informatik der TU Berlin an den Deutsche Telekom Laboratories forschen.

„In meinem Bereich gibt es nur eine Handvoll herausragender Wissenschaftler. Ich wusste, dass die Forschung an der TU Berlin sehr gut ist, und habe mich daraufhin mit Professor Sebastian Möller in Verbindung gesetzt“, erklärt er. Eine gute Wahl, ergänzen sich doch die Schwerpunkte Baillys und die des Fachgebiets hervorragend.

Die Forscherinnen und Forscher befassen sich mit konkreten Fragen aus dem Alltag der Nutzer. Wie bedient man das Menü seines Smartphones oder iPods zielgenau mit nur einer Hand? Wie lässt sich dabei komfortabel eine lange Liste von Objekten durchsuchen? Was, wenn der Touchscreen nur Handbewegungen auf kleiner Fläche zulässt? Gilles Bailly hat dafür unter anderem die sogenannten „Wavelet“- und „Leaf“-Menüs designt. „Das sind Tools, die einen schnelleren, gezielteren und leichter verständlichen Umgang mit technischen Geräten ermöglichen. Geübte User können damit sogar Menüs bedienen, ohne auf den Bildschirm zu schauen.“

Dass Bailly sich nach der Schule zunächst nicht zwischen einem Studium der Mathematik, der Biologie und der Informatik entscheiden konnte, weil er für alle drei Fächer gleich begabt war, kommt ihm heute zugute, „da diese Disziplinen für alle Interaktionen relevant sind“. Nach seinem Informatikstudium und seiner Promotion an der Universität von Grenoble (LIG) und der Télécom ParisTech, entschied sich Bailly für die Forschung. „Das Schöne an meinem Fachgebiet ist, dass die Entwicklungen immer weitergehen. Es ist keine Arbeit in der Blackbox, sondern wir versuchen reale Probleme der Nutzer zu lösen.“

Nach dem Ende seines Stipendiums fasst Bailly eine Rückkehr nach Frankreich ins Auge, doch auch die TU Berlin reizt ihn: „Die Zusammenarbeit mit dem Team funktioniert sehr gut und die Bedingungen sind hervorragend. Außerdem mögen meine Freundin und ich die Internationalität Berlins und das Preis-Leistungs-Verhältnis – besonders im Vergleich zu Paris."

TU intern, 5/2011, Cathrin Becker

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