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TU Berlin

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Was ist Informatik?

Der Mensch hat seit jeher das Bedürfnis, seine Erkenntnisse anderen nicht nur in direkter Ansprache über das gesprochene und damit flüchtige Wort, sondern auch über dauerhaftere symbolische Darstellungen mitzuteilen. Die Erfindung der Schrift und systematischer Zahlensysteme ist ein Meilenstein auf dem Weg, Erkenntnis zu strukturieren und anhand ihrer symbolischen Darstellung zu bearbeiten: Sie markiert den Beginn einer systematischen Informationsverarbeitung, lange bevor mechanische Rechenmaschinen und später Computer zu diesem Zweck erfunden wurden.

Z3 - der erste funktionsfähige, frei programmierbare, auf dem binären Zahlensystem (Gleitkommazahlen) und der binären Schaltungstechnik basierende Rechner der Welt
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Die Informatik als Disziplin der systematischen, automatisierten Verarbeitung von Information hat damit weit zurückreichende Wurzeln. Dies gilt auch, wenn ihr Name als Kurzform für die Kombination aus Information und Automatik erst in den 60er Jahren geprägt und die Fertigstellung des Rechenautomaten Z3 durch Konrad Zuse im Jahre 1941 datiert wird. Durch Konrad Zuse, der 1935 das Maschinenbaustudium an der TU Berlin abschloss, ist die TU Berlin in besonderer Weise mit der Geschichte des Computers verbunden. Damit wird aber auch deutlich, dass die Informatik nicht nur eine Ingenieurwissenschaft, sondern auch eine Grundlagen- und Systemwissenschaft mit experimentellen Elementen ist. Ihre mathematisch fundierten Modelle, Datenstrukturen und Algorithmen haben in den vergangenen Jahrzehnten ein exponentielles Wachstum von Prozessor- und Kommunikationsgeschwindigkeit bei sinkenden Kosten ermöglicht. Ein auf der einfachen mathematischen Theorie der Relationen basierendes Datenmodell hat eine Milliardenindustrie im Datenbankbereich geschaffen. Durchbrüche in der Komplexitätstheorie ermöglichen heute Simulationen unabhängig von der verbesserten Hardware in einer Präzision, Visualisierungsqualität und Geschwindigkeit, die vor kurzem noch undenkbar waren.

Über das Berlin Brain Computer Interface steuert die Nachwuchswissenschaftlerin der TU Berlin, Katja Hansen, in Echtzeit einen Flipper-Automaten – allein mit den Gedanken. Die Forschergruppe um Prof. Dr. Klaus-Robert Müller von der TU Berlin entwickelte d
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Mit der Verbreitung des Computers hat sich die Informatik aber auch zu einer Querschnittsdisziplin entwickelt, die heute in alle Lebens- und Wissenschaftsbereiche wirkt. Die Bioinformatik etwa entwickelt neuartige Medikamente. Medizinische Neuerungen wie der Herzschrittmacher oder die Überwachung von Intensivstationen konnten erst durch die Informatik realisiert werden. Meteorologen sammeln mit informatischen Methoden umfassende Erkenntnisse über das Wetter und das Klima. Unter dem Einfluss der Informatik haben sich Arbeitsmethoden und – mittel in der Wirtschaft grundlegend verändert. Schon in der Entwicklung kann ein Produkt gründlich untersucht und getestet werden, obwohl es physisch noch gar nicht existiert. Rechner simulieren chemische Reaktionen oder elektronische Schaltungen. Sie zeigen, wie sich eine Autokarosserie bei einem Aufprall verformt oder die Luft einen Tragflügel umströmt.

Studierende der TU Berlin entwickeln einen mobilen Dienst für eine Mitfahrzentrale
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Mittels mobiler oder stationärer Geräte, lokal oder über das Internet vernetzt, kann beliebige Information gesammelt, abgerufen und ausgetauscht werden. Der Mensch kann sich damit im Alltag und in seiner Arbeit auf vielfältigste Weise unterstützen lassen. Kontextsensitive Systeme (ambient intelligence) werden in naher Zukunft selbständig die jeweilige Umgebung auf den Menschen ausrichten.

Kommende Generationen werden sich in einer maßgeblich von Informatik geprägten Umwelt bewegen. Ein Studium der Informatik bietet beste Voraussetzungen dafür, an der Gestaltung dieser Umwelt aktiv, professionell und verantwortungsbewusst mitwirken zu können.

Kurz zusammengefasst beschäftigt sich die Informatik mit allen Aspekten der automatischen Informationsverarbeitung einschließlich der Wechselwirkungen mit dem gesellschaftlichen Umfeld. Insbesondere zählen dazu

  • die Analyse von Grundbegriffen wie Information, Daten, Algorithmen, Sprache, Maschinen, Systeme
  • die Funktion von informationsverarbeitenden Maschinen, deren Aufbau und Strukturelemente sowie deren Zusammenwirken als Komponenten eines umfassenden Systems
  • die methodische Entwicklung komplexer, verteilter informationsverarbeitender Systeme
  • die Organisation, Darstellung, Bearbeitung sowie der Austausch von Information in textueller, visueller, akustischer oder anderer sensorischer Form
  • die Anwendung der Informations- und Kommunikationstechnik in Forschung, Technik, Wirtschaft und Verwaltung
  • die Wirkung dieser Anwendung auf die verschiedenen Gruppen der Gesellschaft

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