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Gastvorträge 2010
| Dr. med. Dominik Brammen, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg |
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| Donnerstag, 11. Februar 2010, 15:00 - 16:00 Uhr, Raum: TU Hochhaus, TEL 1315 |
Abstract
Schmerz ist ein regelmäßig im postoperativen Verlauf auftretendes, unerwünschtes Ereignis das sich bisher nur mit verbaler Hilfe des Patienten messen lässt und oft unzureichend oder verspätet erkannt wird. Es existieren Kodierungssysteme mit denen Schmerzen durch Mimikveränderungen erkannt werden können. Allerdings sind diese mit einem sehr hohen Aufwand verbunden und nur unter Studienbedingungen einsetzbar. Die Bildverarbeitung bietet leistungsfähige Algorithmen zur Gesichtserfassung, Merkmalsextrahierung wie auch Mimikanalyse, mit denen eine automatisierte Schmerzerkennung theoretisch möglich ist.
Aufgabe des Projektes war es, die kameragestützte automatische Analyse von schmerzbedingten Veränderungen der Mimik auf ihre Praktikabilität zu untersuchen.
Hierfür wurden Probanden unter kontrollierten Bedingungen schmerzhaften Reizen ausgesetzt und die Mimikveränderungen mit Videokamera aufgezeichnet. Weiterhin wurden die Vitalparameter mit medizinischen Vitaldatenmonitoren aufgezeichnet und die individuelle Schmerzintensität mittels Befragung erhoben. Zur Gewinnung der Mimikparameter wurden verschiedene Methoden der Bildverarbeitung und Mustererkennung zur Gesichtsanalyse verwendet und im Projekt weiterentwickelt.
Auf Basis der extrahierten statischen und dynamischen Gesichtsmerkmale und unter Zuhilfenahme der Vitaldaten konnte in einer multivariaten Analyse ein Modell zur Klassifizierung der individuellen Schmerzintensität erarbeitet werden.
Short Biography
Dr. med. Dominik Brammen wurde 1975 in München geboren. Nach dem Studium der Humanmedizin an der Justus-Liebig-Universität in Gießen, arbeitete erst als Arzt im Praktikum und dann als Assistenzarzt am Universitätsklinikum Gießen in der Abteilung für Anaesthesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie. Im Jahr 2005 promovierte er über den Medikamentenverbrauch einer Intensivstation der mit Hilfe eines Patienten-Daten-Management-Systems dokumentiert wurde. Im gleichen Jahr wechselte er an die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und arbeitet seitdem als Assistenzarzt in der Universitätsklinik für Anaesthesiologie und Intensivtherapie. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf Schnittstellen zwischen medizinischen Subsystemen, der ökonomischen Bedeutung anästhesiologischer Daten und der Schmerzerkennung mittels Gesichtsanalysesystemen.
Ansprechpartner
Ernesto William De Lucaernesto.deluca(AT)dai-labor.de
